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Ein Stillhalteabkommen mit der Politik:

Die tiefenpsychologischen Folgen der Parteispendenaffäre

Trotz einer tiefgreifenden Vertrauenskrise schließen viele Wähler ein Stillhalteabkommen mit der Politik. Sie sind zwar tief erschüttert von den Partei-Affären, ziehen aber kaum persönliche bzw. politische Konsequenzen. Um den Status quo, die persönlichen Besitzstände und das eigene politische Trägheitsprinzip nicht zu gefährden, verschließt man vor dem Ausmaß der Krise die Augen und bemüht sich um eine Beschwichtigung der Affäre. Durch Sanktionen gegenüber den Schuldigen soll der Übergang in einen Normalzustand wiederhergestellt werden: Es gilt zu verhindern, dass das politische System grundlegend in Frage gestellt werden muss. Eine manifeste Systemkrise wird durch dieses Stillhalteabkommen zwar kurzfristig verhindert, allerdings auf Kosten eines weiteren Erosionsprozesses der politischen Kultur, der langfristig die Anziehungskraft radikaler Führungsgestalten stärkt.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer tiefenpsychologischen Studie über den Umgang und die seelische Verarbeitung der Parteien-Affären, die das rheingold Institut aktuell durchgeführt hat. In zweistündigen Tiefeninterviews wurden Wähler der CDU, der SPD und der Grünen von Diplom-Psychologen eingehend darüber befragt, wie sie die Affären erleben und welche Auswirkungen sie auf den eigenen Alltag und die persönlichen politischen Haltungen haben.

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